SZ Pädagogik

Für die Prüfung

  • Die gestellte Frage beantworten! Selbst wenn es nur ein paar Sätze sind! Aber erst dann abschweifen
  • Frage muss nicht definitiv (ja/nein) beantwortet werden.
  • Namen von Autoren 1x voll ausschreiben.
  • Begründete Vergleiche. Können auch Kritik sein!
  • Vorsicht bei vergleichen mit Braunmühl!

Klassiker

Bolle's Klassiker haben eine Pädagogik geschaffen, die bis heute relevant, also nachhaltig einflussreich, und ALLGEMEIN ist;

  1. Bezogen auf alle Menschen
  2. Bezogen auf alle Lebensbereiche
  3. Verbindet allgemeine Menschenbildung in einem gemeinsamen Ziel (Mündigkeit, Soziale verantwortung, etc.)

Schleiermacher

Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
Klassiker, Theologe

TEXT: Grundzüge der Erziehungskunst

Einwirken auf die junge Generation ist eine sittliche Frage, also ein ethischer Gegenstand.

Prälimenarfrage: "Ist die Einwirkung der älteren Generation auf die jüngere ein solches Minimum, daß es gar nicht der Mühe lohnt, sie als Kunst zu fassen?"
(kurz: lohnt sich Pädagogik überhaupt?)
→ Die Einwirkung ist nicht minimal, sie bedarf einer Kunst! Entsprechend lohnt sich der genauere Blick auf diese auch.

vgl. Herbart: Entwicklung der Kunst (Takt als eine kunstvolle Konzeption des Pädagogischen Handelns)

Innere Frage: Darf die Erziehung alles aus den Kindern machen, was gewollt ist?

Äußere Frage: Wann beginnt und Endet Erziehung?

AlterFremdeinwirkungSelbsttätigkeit (Mündigkeit)

vgl. Nohl's Ironie: Die Pädagogik hat zum Ziel, sich selbst überflüssig zu machen
vgl. Rousseau: Substanz der Erziehung abhängig vom Vernunftalter (negative/ positive), vs Schleiermacher: Grad der Einwirkung abhängig von Vernunft

Hermeneutik = Die Lehre des Verstehens (von Texten, im weiten Sinne)
Hermeneutischer Zirkel: Jedes verinnerlichte wissen wird zum Vorverständnis des nächsten Textes, wodurch man diesen besser, tiefer verstehen kann.

Vorwissen 1Textverständnis 1V2T2

Dialektik = Zwiegespräch. Ein oszillieren zwischen zwei Ideen, bis man die Wahrheit zwischen ihnen findet. Ein Prozess zur findung der Goldene mitte (Die Tugend liegt zwischen den falschen Extremen).

Idee 1Idee 2Wahrheit/das Gute

vgl. Horkheiner: Schleiermacher verbeisst sich nicht auf eine Position, sondern betrachtet deren Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten und sieht, wie de idee sich im Dialog weiterentwickelt. Ähnelt stark Horkheimers "du sollst dir kein Bilde machen von Gott"


Dignität der Praxis:

  • Praxis hat ihre eigene Würde. Ihr Eigenrecht.
  • Theorie macht Praxis eine bewusstere
  • Theorie darf nicht über die Praxis gestellt werden (Schüler nicht zu testobjekten werden, und ebenso darf Theorie nicht mechanisch angewant werden)

    vgl. Herbart (+Benner): Technologisches Modell, Theorie als Rezeptewissen (gute Idee, aber hier fehlt es an Hermeneutik)
    vgl. Bolle, Bourdieu

Primat der Praxis
Praxis kommt zuertst, war schon vor der Theorie da.
Die Verantwortung für das Handeln liegt in der Hand des Praktikers selbst, denn die Theorie kann nicht jeden individuellen Fall berücksichtigen!

vgl. Herbart (+Benner): Hermeneutik. Die Theorie kommt nach der Praxis, um diese zu verstehen

Das reicht aber noch nicht! Denn nur, weil man die Praxis versteht, heißt es noch nicht, dass man beim nächsten mal besser handeln kann.
→ Wir brauen eine Handlungstheorie.
→ Für Schleiermacher: Vier praktische Prinzipien

Pädagogischer takt

Handlungstheorie (als allgemeine "Richtung" oder Idee der jeweiligen Pädagogik) und die konkrete, praktische Situation (die es per Hermeneutik zu verstehen gilt) werden durch Pädagogischen Takt vermittelt!
Takt hat somit einen Fuß in der Realität, und einen im Ideal!

Ziel der Einwirkung der älteren Generation:
Die Sittlichkeit der späteren Generation.

Das Gute steht über allem. Das Handeln aus Religion.
→ Freiheit, Würde, Weitblick, Individualität

Dialektik der Erziehungskunst: Ein oszillieren zwischen zwei falschen Extremen, um ihre Tugendhafte, goldene Mitte zu finden.
Die 4 praktischen Prinzipien:

  • Gefährden > Behüten < Überbehüten
  • Bevormunden > Gewährenlassen < Verwahrlosen
  • Vernachlässigen > Unterstützen < Dominieren
  • Ausliefern > Gegenwirken < Unterdrücken

    vgl. Adler: Überstrenge vs Verzärtelnde Erziehung

Die Menschen sollen frei und verschieden sein, solange dies der Idee des Guten entspricht.
Die Älteren sollen Behüten, Unterstützen, Gewährleisten.
Nur dem Bösen soll entgegengewirkt werden!
(→ Antwort auf die Innere Frage: Die Aufgabe der Einwirkung soll beim Bekämpfen des bösen enden. Der Rest soll der Natur überlassen werden)

vgl. Bolle, Herbart, Braunmühl
vgl. Adorno: Ziel ist die korrektur des Bösen, sowie die Individualität bewahren (in der technokratischen Welt)
vgl. Rousseau: Bewahren der Natürlichkeit, nichteinschränkung der natürlichen gewohnheiten
vgl. Adler: Bewahren der Natürlichkeit; Evolutionstheoretische Begründung fürs Gemeinschaftsgefühl

Rousseau

Jean-Jacques Rousseau
Klassiker, Philosoph

TEXT: Emil

"Was uns bei der Geburt fehlt und was wir als Erwachsene brauchen, das gibt uns die Erziehung." → Stärke, Vernunft

Die 3 Lehrer:

  • Natur entwickelt unsere Fähigkeiten & Kräfte
    Motorisch, Immunkräfte, Mut
  • Menschen lehren den Umgang mit den Kräften
    Klettern, Laufen, Handfertigkeit.

    vgl. Bourdieu - Die konservative Schule: wir lernen, uns in einem gewissen sozialen Stand zu sehen, durch beobachtung unseres Sozialen Umfeldes. Lernen wir einen eingeschränkten Umgang mit unseren Kräften, so schränken wir uns selbst damit ein (vgl. Maldoom's Adoptivkind)

  • Dinge (Welt) lehren durch Erfahrung mit- und Beobachten dieser.

Problem: Die Menschen lassen der Natur nicht genug freiraum.

"Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt, alles entartet unter den Händen des Menschen."
(erster Satz vom Buch Emil)

Da wir die Natur nicht kontrollieren können (die Dinge ein bisschen, die Menschen stark), sollen wir die anderen Lehrer nach dieser Aussrichten (damit die drei Lehrer in Einklang kommen können).
→ Widersprechen sich die Lehrer, so ist der Schüler schlecht erzogen und in sich uneinig/ im Konflikt
→ Das Ziel der Erziehung ist das Ziel der Natur selber!

Die Natürlichen Gewohnheiten sollen nicht eingeschränkt werden.
→ Der Stadt entkommen, zur Natur. Zur Bewegungsfreiheit. Zum freien Entwickeln.
Widersprechen die Lehrer einander (sind Menschen und Dinge also nicht mit der Natur vereinbar) so muss man sich entscheiden zwischen natürlicher Mensch sein und Bürger.
Bürger = Teil des Ganzen. "Bruchteil, der vom Nenner abhängt"; Man liebt die mitbürger und missachtet die ausländer.

Der Natürliche Mensch ruht in sich, als Einheit
→ Ziel ist also nicht, Bürger zu werden, sondern ein freier, guter Mensch.

vgl. Etwas abweichend Weigand: Vorbereitung auf die Gesellschaft als Nebeneffekt, jedoch ebenso nicht als Ziel!

(Ein Konflikt zwischen den Lehrern Menschen und Natur)

"Wer innerhalb der bürgerlichen Ordnung seine natürliche Ursprünglichkeit bewahren will, der weiß nicht, was er will."

vgl. Bourdieu - Die konservative Schule: technologische Behandlung der Menschen (was deren würde missachtet und zu mentaler ungesundheit führt)
vgl. Adler: Bewahren der Natürlichkeit (evolution - Gemeinschaftsgefühl)
vgl. Schleiermacher: Innere Frage, bewahren des natürlichen (solange es gut ist)

Perfectibilité hat keine direkte Übersetzung, beschreibt aber unsere Fähigkeit, uns selbst zu verbessern, wenn auch absoluter Erfolg (durch die Gegebenheiten, Konflikt zwischen den Lehrern) unmöglich sein mag.
"Perfekt" ist hier nicht nur wie im Deutschen als "maximal gut" zu verstehen, sondern im lateinischen Sinne von "fertig" oder "vollendet". Wie in Bolle's verständnis der Bildung;

  • Wir sind Bildsam, doch wir werden nie gebildet sein, wie Bolle in der letzten Vorlesung lachte, "denn das würde ja heißen, dass man damit fertig ist, und das ist man nie!" Man hört höchstens damit auf.
  • Gleichermaßen haben wir perfectibilté, werden aber nie "perfekt" (in keinem der beiden Verständnisse des Wortes) sein.

    vgl. In der Wortwahl Humboldts werden wir nie die Wechselwirkung zwischen Mensch und dem Gegenstand der Welt vollkommen ausgeschöpft haben

Aber dadurch, dass wir niemals perfekt sind, uns aber immer verbessern können, ensteht eine Spannung, die uns eben immer zur Selbstverbesserung treibt.

vgl. Adler: Minderwertigkeitsgefühl, dem das Überlegenheitsstreben entspringt, was zur Selbstverbesserung antreibt

TEXT: Julie

  1. Negative Eduktion (etwas wegnehmen oder nicht geben)
    Ab Geburt
    Bsp.: Ein Buch nicht bis zum Ende vorlesen, um dem Kind den Wert des Lesenkönnens zu verdeutlichen.
    → Eigenständiges Erforschen und Freiheit fördern. Wichtig zur Findung der eigenen Identität.
    Arbeitet auf die Mündigkeit hin!
    Lernen aus Erfahrung & Fehlern, daher wenig eingriff! Nicht bevormunden.
    JOCH (Leitung) der Notwendigkeit: Auch ein gewisses Leid seitens des Kindes ist hinzunehmen.
    Unsichtbare Hand: Erzieher als Begleiter, nicht Herrsch

    (Entsprechend Bolle's Eduktionsbegriff; ein Führen anstelle eines Zerrens)
    vgl. Herbart: Dadurch wird das Kind das zu lernende mehr Wertschätzen

  2. Positive Eduktion (etwas hinzufügen)
    Ab dem Vernunftalter (Pubertät); die Bildung zur Nutzung der Vernunft (Moralische Erziehung).
    Kein Zwang! (Religion aufzwengen ist nicht zielführend). Einsicht statt gehorchen!
    "Der Mensch handelt gut nur, wenn er versteht, warum er gut handeln soll."
    → Das warum verstehen, nicht bloß gehorchen.

    (Subjekt-subjekt Beziehung, sowie ein freiwilliges Führen statt Zerren. vgl. Bolle - Problematik des Erziehungsbegriffs)
    vgl. Rousseau - Emil: Beide eduktionen sind ohne Zwang und schränken entsprechend die Natürlichen Gewohnheiten nicht ein (wie in Emil beschrieben!). Es sind Angebote.

Erst sobald das Kind (durch die Negative Eduktion) Vernunft entwickelt hat, ist es bereit für die positive eduktion.
Geschiet diese zu früh, so wirkt sie zu bestimmend, freiheitseingrenzend, herrschend auf den Zöglich, der diese eben nicht Vernunftvoll selbst beurteilen kann

vgl. Braumühl (herrscherische Erziehung)
vgl. Kant: vergleich mit dem neu-mündigen, der seiner neuen Freiheit (den abgelegten Fesseln) noch nicht vertraut. Das wäre das Resultat fehlender negativer Eduktion; denn das Kind könnte kein Gefühl für seinen eigenen Willen und willensfreiheit entwickeln.

Verhalten vor dem Vernunftalter ist nicht als Böse oder Gut seitens des Kindes zu werten; sie handeln noch ohne moralischen Wert, denn ohne Vernunft können sie Gutes und Böses noch nicht erkennen

Gesellschaftsvertrag: Ein mündiger Mensch

  1. ist autonom
  2. ordnet das individuelle dem Gemeinwillen unter
  3. lebt Freiheit als Verantwortungsform
Natürliche Freiheit Sittliche Freiheit
Handlungen, die nicht auf gesellschaftlichen Prinzipien beruhen Freiheit durch individuelles, kritisches Denken
Tun und lassen, was man will Selbstbestimmt gemäß moral und gesellschaftlichen Normen
→ Handlung ohne Vernunft → Handlung mit Vernunft

W.v. Humboldt

Friedrich Wilhelm Christian Karl Ferdinand von Humboldt
Klassiker, Staatsmann

TEXT: Theorie der Bildung des Menschen

Problem: Menschen bilden sich nicht bedeutungsvoll weiter. Gelerntes wird als Mittel zum Zweck betrachtet. Einfluss auf den Geist bleibt klein, sowie der eigene Beitrag zu den Ideen.
→ Wissen wird Utilitaristisch betrachtet

Ziel: Die natürlichen Kräfte stärken, seinem Wesen & der Menschheit Wert und Dauer verschaffen, ohne extrinsische Ziele. Und Fortschreiten mit den Ideen.
Die Weltaneignung ist Selbstbildung.

vgl. Schiller - Universalgeschichte: Brotgelehrter ist extrinsisch motiviert, statt sich selbst bedeutungsvoll weiterzuentwickeln
vgl. Fromm - Haben oder Sein

Bildung geschieht in der freien Wechselwirkung vom selbst mit Gegenständen. Der Mensch braucht Gegenstände, an denen er die Klinge seines Verstandes schärfen kann.
Soll man Stärke und Einheit so vollständig wie möglich Entwickeln, so muss dieser Gegenstand die WELT sein.
Kräfte entwickeln, nicht bloß Wissen sammeln!

vgl. Weigand: Umgang mit Wissen
vgl. Liessmann: Vor allem heutzutage ist das sammeln von Wissen besonders Wertlos geworden. Andauernde kräfte hingegen nicht, denn das Leben ist keine Gameshow!

Ganzheit der Bildung: man soll der Welt mannigfaltig (vielseitig, in all ihrer komplexität) begegnen und das zerstreute Wissen in sich zu einer Einheit ordnen.
→ Spezialisierung zerstört die Einheit
Verarmung des Charakters

vgl. Herbart's Flattersinn vs Gleichschwebendes, tiefes interesse
vgl. Schiller - Universalgeschichte: Der philosophische Kopf denkt Felderübergreifend

Hierbei soll Fortschritt über die Generationen gemacht werden. Gute Bildung soll Erbe sein → verbesserung der Menschheit
(Darf aber nicht zu utilitaristisch/ funktional betrachtet, noch zu mechanischer Einförmigkeit werden)

vgl. Bourdieu - Die konservative Schule: mechanische, eintönige behandlung der Kinder, missachtet deren individualität. Eine mechanische herangehensweise an eine unmechanische Sache
vgl. Kant: Erziehung muss sich über generationen verbessern
vgl. Bolle: Sisyphosarbeit

Schulpläne (Königsberger vs Litauischer)

Königsberger Litauischer
Idealistisch, wie es "sein sollte", entsprechend Humboldts Bildungsgedanke "Realistisch", für das generelle Folk, den Umständen geschuldet
Allgemeine, allseitige Kräftebildung Zweckvorbereitend, Utilitaristisch
Fremdbildung → Selbstbildung Auf die Arbeitswelt Ausgelegt
Elementarunterricht bereitet auf den Unterricht vor, Unterricht bereitet auf das Studium vor, das Studium ist Selbstständig, mit dem Professor als unterstützer.
Bildung statt Ausbildung (geht gegen den Bildungsgedanken)

Kritik Bourdieu: Durch die Trennung und akademische bevorzugung der Priviligierten Kinder wird der Unterschied zwischen den sozialen Schichten legitimiert und weiter gestärkt.
Dennoch: Humboldt kämpfte gegen die gegebenheiten und förderte Bildung für alle. Teil warum er seinen Posten so schnell verlor war, dass er nicht genug Einfluss für Eben dieses Ziel hatte.

Nach dem Königsberger plan soll die Einwirkung durch lehrer immer weiter abnehmen, bis sie eben im Studium lediglich zum Unterstützen, aber fast schon als gleichgestellte dastehen

vgl. Schleiermacher: Äußere Frage (einfluss nimmt ab, bis man gleichgestellt ist)
vgl. Nohls Ironie, dass die Pädagogik zum Ziel hat, sich selbst überflüssig zu machen

Heutiges verständnis von "allgemeinbildung" (wie es an realschulen passieren soll) ist nicht allgemein. Allenfalls Elementarbildung.

vgl. Wahre Allgemeinbildung wäre eher im Sinne Herbarts: Gleichschwebendes, mannigfaltiges Interesse.

Herbart

Johann Friedrich Herbart
Klassiker, Philosoph, Psychologe

Herbarts Hermeneutik: Verhätnis von Theorie und Praxis

vgl. Schleiermachers Hermeneutik befasst sich mit dem Verständniss von einem Text

Zucht -> Beratung (übersetzt von Benner)

Takt:
Theorie als anführer und Nachfolger der Praxis. (hermeneutik, und jedem handeln liegt eine Theorie zugrunde (Weniger), und danach soll reflektiert werden)
(siehe definition bei schleiermacher)

ÄSTHETIK

Das Gute = Das Schöne in der Ethik
-> Zum Erkennen vom Guten gehört also ein Sinn für Ästhetik (die Fähigkeit, Urteile über das Schöne zu entwickeln. Einen gewissen Geschmack)

VERGLEICH BOLLE:
Herbart: Grundlegung für das Urteilsvermögen ist Empfundenes Verständnis einer ästhetischen Darstellung der Welt.
Problem: unser ästhetisches Empfinden ist durch viele Einwirkungen (z.B. Machtkonstellationen) beeinträchtigt.
Beispiel: Wirtschaftliche Leistung und Konsum setzen einander Voraus, stehen aber auch unter Spannung zueinander:
Wer nur Leistet, vergisst zu Konsumieren.
Wer nur Konsumiert, leistet nicht.
Um unter diesen Bedingungen Leistung & Konsum zu maximieren müssen die beiden klar und gesellschaftlich voneinander in Arbeit (-> Leistung) und Freizeit (-> Konsum) getrennt werden.
Drang zu beiden wird durch soziale Erwartungen sowie Werbung und andere Medien aufgebaut.
Vor allem junge Menschen können diesen Drang noch nicht Kritisch einordnen oder ihm entgegenwirken, werden ihm also Opfer, und der Mensch wird dem gesellschaftlichen System untergeordnet.
Der Gesunde Menschenverstand (und somit die Entwicklung dessen) ist diesem System ein Hindernis; ein Feind der Ausbeutung, und gilt somit unterdrückt zu werden.

ARISTOTELES VERGLEICH (check audionotes)
Herbarts versinnlichung ist eine tiefere Beschreibung von was Aristoteles (in Nikomachische Ethik) "Gewohnheit" nennt; sie ist, was der Gewohnheit zugrunde liegt.

fehlendes interesse → egoismus (vgl. Adler)

Ähnlich der harmonie eines klanges soll das gute einfach erkennbar sein. Soll keine weitere reflexion erfordern, sondern einfach an seiner schönheit erkannt werden.

TEXT: Die erste Vorlesung zur Pädagogik

Jugendbildung selbst als jugendliche Kunst: Eine noch unvollendete. Eine, die noch mehr aus fehlern als Erfolgen zu lernen hatte. Eine, die noch in ungewissheit über das Richtige schwebt.

Das Ziel: sich zwischen das ideal und die gegebenheiten stellen, um das best mögliche zu erkennen

Pädagogische wissenschaft ≠ Kunst der Erziehung
wissenschaft: Ableitung (philosophisches Denken) und zusammenordnung von Lehrsätzen, die ein gesamtbild formen
Kunst: Summe von fertigkeiten, vereinigt, um einen gewissen zweck hervorzubringen → Handlung gemäß der Resultate der Wissenschaft. Augenblicklich, und nicht in spekulation verlierend

Praxis alleine: Schlendrian. Erst durch Theorie lernen, wie man denn aus der Natur, aus der Praxis lernen kann. Ohne diese verseumt er zu lernen, was besser tun kann.

vgl. Weniger - Theorie und Praxis der Erziehung: Die Universitäten sollen dem angehenden Lehrer "lehren, Erfahrungen zu machen"

Die 4 modelle, benannt von Benner.

man lernt mislingen seiner Pläne, ohne deren grundfehler zu verstehen.

Und zufall!
→ Grauer Schulmann am ende seiner Tage noch nicht entdeckt, was der junge Anfänger zufällig findet.

Ästhetische darstellung:
Das gute ghört zur ästhetik, denn das gute/ moralische ist das schöne in Form des Handelns

Adler

Alfred Adler
Arzt, Psychotherapeut

Individualpsychologie: Die Einheit der Persönlichkeit ist zu Betrachten, nicht nur einzelne symptome. Die Töne sind mit Blick auf die gesamte Melodie zu verstehen.
Gründe des Handelns sind häufig unbewusst, hängen aber eng mit dem Rest der Person zusammen.
Im Gegensatz zu Freud stehen Bewusstsein und Unterbewusstsein nicht in direktem Konflikt, sondern Zielen auf die selben Ziele ab, nur eben auf unbewusste Art.
→ Mensch ist Ziel-gesteuert!

TEXT: Kindererziehung

Jedes Kind fühlt sich von Natur aus minderwertig und fühlt sich entsprechend, woraus das Überlegenheitsstreben folgt; man versucht, Überlegenheit, Vollkommenheit, Größe zu erlangen (um das unangenehme gefühl der Minderwertigkeit zu verlieren).
(→ Motivation/ Antrieb, seine Situation zu verbessern. Sich zu vervollkommenen)

Sind Minderwertigkeitsgefühle jedoch andauernd und übersteigert, so spricht man vom Minderwertigkeitskomplex.

Hierzu gibt es drei "Wege", ausgehend von 3 Auslösern:

OrganminderwertigkeitAngeborene (oder früh erhaltene)Organschäden. Schränkt die physischeEntfaltung ein(-> negativer Vergleich mitanderen, gesunden Kindern)(Über-)kompensationErfolgÜberwindungder Minderwertigkeit-> Kein KomplexMinderwertigkeitskomplexAggressionRückzugaktivpassivVerzärtelnde ErziehungUnterstützung durch die Erzieher(ursprünglich Notwendig) wird zunehmendüberflüssig, aber dennoch gegeben.Das Kind verzärtelt. Wirdunmündig, denn es wird nichtgefordert.Es lässt sich verwöhnen undwird bequem.Kooperationsfähigkeitverkümmert (schadet demGemeinschaftsgefühl)Findet dieBevormundungunangenehmWie geht das Kind damit um?Nimmt dieBevormundunggerne anKind verschafft sich selbstFreiräume und SelbstätigkeitMündigkeit.Keine Verzärtelung.Kein MinderwertigkeitskomplexKind BRAUCHT undFORDERT UnterstützungEltern weigern sichWie gehen die Eltern damit um?Sie realisieren ihren Fehlen unddie Verzärtelung ihres Kindes?Eltern lassen sichinstrumentalisierenPanik, MachtkampfKind wird RausgeschmissenVerzärteltes Kind kommt in die Schule- Muss sich Aufmerksamkeit mit anderen Kindern Teilen- Muss sich konzentrieren & Kooperieren- Eltern können nur noch bedingt helfen}Kind ist überfordert,nicht fokussiert.SchulversagenMinderwertigkeitskomplex- Klassenclown- Machtkampf- Rache- Krankheit- Unaufmerksamkeit- Wollen woanders seinaktivpassivÜberstrenge ErziehungHohe Erwartungen seitens der Eltern(ZU hoch)Kinder werden den Erwartungennicht gerecht. Versagen.Werden entmutigt.Minderwertigkeitskomplex- Suche nachAufmerksamkeit- Rache- Gewakt- Krankheit- Unaufmerksamkeit- Wollen woanders seinaktivpassivDiese Menschen gönnen anderen die Glücklichkeit nicht.Die großen Menschenfeinde teilen diesen Hintergrund.Schulisches versagen ist ein Indikator fürseelisches Versagen Es folgt demKompensationsversuch ihrer Minderwertigkeit.Ein einfacher, feiger, schwacher Weg zuGefühlen von Erfolg und Kompetenz.

vgl. Schleiermacher: Ziel wäre also die Goldene mitte zwischen verzärtelung und überstrenger erziehung zu finden: Realistische aber fordernde erwartungen (Nohl: Sein und Soll lieben (Mütterliche und Väterliche Liebe)

Die Reaktion des Kindes kann aktiv oder passiv sein; rebellion oder aufgeben. Rebellion ist eher wünschenswert, da hier das Kind noch nicht komplett den Glaube an sich selbst verloren hat, sondern eher das Vertrauen an seine Welt.

vgl. Maldoom: Man darf nicht, auch nur für einen Moment, teil dieser Welt sein!

Die Persönlichkeit jedes Menschen existiert in einer Einheit. Das Individuum ist hierbei sowohl Bild wie Künstler. Es ist der Künstler seiner eigenen Persönlichkeit.
(Seine Entwicklung ist nicht deterministisch zu betrachten; einzelne, scheinbar kleine Ereignisse können viel größeren Einfluss haben, als große und häufige. Das Individuum macht den Unterschied!)

Grundbedürfnisse

  1. Angenommen sein
  2. Sich fähig fühlen
  3. Bedeutung haben/ wichtig sein
  4. Mut / Ermutigung erfahren

Der Lebensstil bildet sich durch eine Zielfixierung (das Ziel kann sozial produktiv sein (→ Gemeinschaftsgefühl), oder destruktiv).
Destruktiv: Macht auf Kosten anderer (→ Evolutionärer Fehlschritt. Es schadet der Gruppe, und damit der Akzeptanz seitens dieser)

Der Lebensstil stellt die Summe von Erfolgen und Miserfolgen dar, interpretiert vom Kind, und dient der Weltverarbeitung (Siehe Beispiel).
Er bildet sich in jungem alter (2-5 jahren), also noch bevor das Kind zur Kritischen reflexion fähig ist → anfällig für fehlinterpretationen. Das Kind spürt mehr als dass es erkennt.

Lebensstil ist die Art, wie man auf sein Lebensziel hinarbeitet.

Das entsprechende Lebensziel dient als Innerer Kompass. Ein Unbewusstes Idealbild der Vollkommenheit (orientiert an den Grundbedürfnissen aber häufig unrealistisch, sogar Gottesfantasien. Machtstreben. Fiktion, der die Gegenfiktion des Gemeinschaftsgeühls als besseres Ideal entgegengesetzt werden soll)

Das Unterbewusstsein arbeitet auf des Kindes Lebensziel hin, wobei seine Wahrnehmung der Welt (worauf das entsprechende Handeln basiert) durch seine Kindheit gestört sein kann.
Beispiel: Vernachlässigung im Kindesalter → erhöhte Empfindlichkeit für ungerechte Behandlung später im Leben → Selbst Gerechte Behandlung wird nicht als solche aufgefasst. Man fühlt sich übermäßig ausgeschlossen.

→ Unsere persönliche Wahrnehmung der Fakten informieren unser Verhalten, nicht die Fakten selbst.

→ Der Lebensstil zeigt sich in den Gewohnheiten des Kindes, die sich dem Lebensziel anzunähren versuchen

Das Denken des Kindes ist nicht beobachtbar, allenfalls erschließbar

(von der hellen auf die dunkle seite der psyche schließen, im Sinne Herbarts)

Symtome der Minderwertigkeitsgefühle sollen nicht bloß oberflächlich korrigiert, sondern tiefer, bis zur zugrundeliegenden seelischen Störung, sowie dessen Auslöser, verstanden werden.

Das kind ist verzärteltKind ist ängstlich/ fühlteinen Drang zur UnterstützungKind lehnt sich ständig an(Symptom)(Seelische Störung)(Auslöser)

Zu solchen Analysen soll die Individualpsychologie helfen. Sie darf allerdings nicht als Schritt-für-Schritt Anleitung verstanden werden; es gilt das Kind in seiner gesamten, individuellen Psyche zu verstehen. Jedes Kind ist anders, "Alles kann auch anders sein."

vgl. Bourdieu, Bollle. Kein mechanisches Rezeptwissen anwenden, sondern ein individuelles, persönliches, taktvolles (vgl. Herbart) Herangehen.

Das Kind kennt zwar seine eigene Psyche wenig, durch Befragung nach seinen Zielen, Wünschen, Meinungen, lässt sich aber auf sein individuelles Streben schließen (ob es sozial produktiv oder destruktiv ist).

Mensch hat immer eine zielfixierung. man kann sich nicht bewegen, ohne ein ziel (im raum, aber auch metaphorisch; durch das leben)
(z.B. gemeinschafts-negatives, typisches ziel von überlegenheit, mündigkeit)
(Ziel der Pädagogik: dass sich das Kind ein gemeinschaftlich produktives Ziel setzt, statt einem destruktiven)

Das Kind soll ermutigt werden. Denn wenn es glaubt, nichts erreichen zu können, dann wird sein Verhalten das reflektieren, und ein Teufelskreis entsteht.

Entsprechend ist schulisches Versagen ist ein Indikator, ein Symptom für ein seelisches Versagen (mangelnder Glaube an sich selbst). Durch Ermutigung und Erfolgserlebnisse ("Nichts ist so erfolgreich wie Werfolg") soll es Selbstvertrauen lernen.

Es sollen fordernde, aber erreichbare Erwartungen an das Kind gesetzt werden (der goldene Mittelweg zwischen Überstrenge und Verzärtelung).

vgl. Maldoom (realistische, forderne Erwartungen), Schleiermacher (goldener Mittelweg)

Egoismus → nervöser charakter, weil er sich von Feinden umgeben fühlt. Als könnte er jeder zeit angegriffen werden. Als müsse man sich kostant behaupten

Engelskreis → Grundbedürfnisse
Positive erfahrung & Ermutigung (Angenommen sein) führen zu selbstvertrauen/sicherheit, positiver erwartung, kreativität, bemühung (wíchtig sein), führt zu (weiterer) positiver erfahrung (Fähig sein) und mut.
Nichts ist so erfolgreich wie Erfolg!
Ein wichtiger, wenn nicht sogar nötiger Schritt, bevor Selbstbildung überhaupt beginnen kann. Eine helfende Hand.

Teufelskreis
Keine Zugehörigkeit, fehlender Mut führen zu erwartung von versagen und wenig anstrengung aus angst zu versagen (Bedeutungslosigkeit), führt zu weiteren schlechten erfahrungen, enmutigung, und keine Zugehörigkeit

TEXT: Der Arzt als Erzieher

Ärzte und Erzieher haben die selben Aufgaben:
Dem Kind soll es gut gehen!

  • Leben fördern
  • Wohlbefinden (seelisch + körperlich) stärken
  • zu Selbstvertrauen & Gemeinschaftsgefühl helfen

Auch ein Arzt hat nicht nur körperliches, sondern auch seelisches zu beachten. Individuell, mit dem Kind als subjekt. Nicht Bevormunden oder unterdrücken, sondern fördern.

vgl. Braunmühl, Bolle: Dialogische Subjekt-Subjekt Beziehung

Ursachen statt oberflächlichen symptomen sollen behandelt werden.
→ Erziehung ist eine präventive Heilkunst.

  • Ermutigen, selbstvertrauen stärken
  • soziale Verantwortung fördern
  • Ablehnung von Strafen & Angst (denn sie helfen bei der Ursache des Fehlverhaltens nicht)

TEXT: Lebensprobleme

Der Mensch ist ein soziales Wesen.

"Vorbereitung ist alles"
→ Erziehung bereitet die Kinder auf das (soziale) Leben vor.

  • Sozialer Erfolg beim Schulbeginn testet die soziale Vorbereitung.
    Gemeinschaftsgefühl
  • Verantwortung des Pädagogen ist nicht nur, was man lehrt und wie, sondern auch wofür. (→ Vorbereitung auf eine ungewisse Zukunft)

Kooperation und damit der Weg zum Gemeinschaftsgefühl soll gestärkt werden, und das Kind soll Erfolgserlebnisse haben, ansonsten sucht es diese an falschen Orten → Kriminalität & Boshaftigkeit (Fehlverhalten).

Die "freundliche Einladung" (die Türe offen lassen, das Kind aber nicht zwingen) zur Kooperation.

(vgl. Klafki - Sinn und Unsinn des Leistungsprinzips in der Erziehung, der Fokus auf Zusammenarbeit)
vgl. Bolle, Rousseau: Eduktion. Zwanglos, das Kind darf aus eigenem Wille mitmachen

Der Lebensstil entwickelt sich mit 2-5 Jahren. Eine Lebensbestimmende Entscheidung, die mit noch eingeschränkter kognitiver Fähigkeit und ohne Vernunft getätigt wird. Mehr orientiert am Empfinden als am Verstehen.
Er ist die Summe von Erfolgen und Miserfolgen, interpretiert vom Kind, und Gibt seinem Leben eine Einheitliche Struktur, eine Zielorientierung, nach der sich die ganze Person ausrichtet.
Passieren fehler, wird die interpretation der Welt gestört.
Aufgabe der Erzieher: Korrektur dieser Störungen.

TEXT: Die Erziehung zum Mut

Man will eine Leitende idee, eine erfassung des Erziehungsbegriffs, der vor Irrwegen beim Erziehen behütet.
Aber gefahr von Dogmatisierung, Rezeptewissen

vgl. Schleiermacher: Idee des Guten vermutlich zu ungenau für Adlers Wünsche
vgl. Bolle: Eduktion
vgl. Weigand: Personenprinzip

Das Ziel/ der Standpunkt des Erziehers beeinflusst Erziehung
→ Standpunkt des Erziehers gilt es zu hinterfragen

Das Bildungsideal:

  • Allgemein
  • Intelligible (verständlich)
  • Nützlich

Allgemein
Anstatt hinzunehmen, dass manche Schüler begabt sind und manche nicht, sollen den "unbegabten" der Aufstieg ermöglicht werden.

vgl. Bourdieu: Nicht "Begabung" und "unbegabung" als solche annehmen, sondern jedes Kind individuell fördern

Intelligible
Der richtige Weg und Erfolg sollen Erkennbar sein.

Nützlich
(Nicht im utilitaristischen Sinne zu verstehen, sondern als "gut für die Gemeinschaft")
Wer nicht nützlich ist wird sich Minderwertig fühlen, und nicht als Teil eines sozialen Ganzen. (schadet dem Gemeinschaftsgefühl)
Wer nicht durch Nützlichkeit Ermutigung, wichtigkeit, Fähigkeit erfährt, wird diese anderweitig suchen (→ Fehlverhalten).
→ Ermutigung dadurch, nützliches zu tun

(Erfahrung der eigenen Wichtigkeit und Fähigkeit als Teil des Engelskreises)

TEXT: Individualpsychologie und Erziehung

Leistung eines Menschen ist abhängig von seiner Meinung über seinen eigenen Wert und über seine Fähigkeiten und von seiner Meinung über die Aufgaben des Lebens.
Jeder könnte mehr Leisten, wenn er sich nicht selbst eingrenzen würde. Wenn er Mut hätte!
→ Wert der Individualpsychologie

vgl. Maldoom - 'Adoptivkinder' und verborgene Potentiale

Die Selbsteingrenzung beginnt in früher Kindheit und ist nicht vernunftbedingt.
(Vergleich von Hühnern, dären kräftehirarchien nicht deren echte stärke reflektiert)

Mensch trägt ein selbsteingrenzendes Selbstbild (er sei kein mathematiker, turner, etc.)

vgl. Bourdieu - Die konservative Schule: Geht diese Auffassung von Talenten vielleicht auf soziales Kapital zurück?

Vor allem ein Problem bei verzärtelten Kindern, vor allem wenn sie trotz ihrer schwäche Erfolg haben.
Weil sie in der Schule auf keine Schwierigkeiten gestoßen sind. Sie wurden nicht gefordert, und ihre fehlende (oder ungenügende) vorbereitung bleibt versteckt.
→ Sie müssen sich nicht für andere interessieren, entwickeln kein Gemeinschaftssgefühl
→ Schule soll das ausgleichen und interesse an den Mitmenschen fordern

vgl. Kant - über Pädagogik: Sozialisierung

Fehlverhalten zur Erfüllung des Lebensziels bei verwöhntem Kind:
z.B. unordentlich sein, damit die Mutter für einen aufräumt (→ dominanz, zuneigung)
Aber: Das kind wird ängstlich. Es lernt nie, auf sich selbst gestellt zu sein. Haben z.B. in Mathematik schwierigkeiten, weil sie selbstständig denken und sich anstrengen müssen

vgl. Kant - Was ist Aufklärung: Sie sind nicht selbstsständig. Sind abhängig von anderen

Und sie wehren sich gegen sozialen Kontakt, abgesehen von der Mutter.
→ Schwierigkeiten, freunde zu finden
Einige nehmen sogar Strafe und schläge in kauf, solange sie dadurch aufmerksamkeit bekommen (viele verbrecher wurden verzärtelt.
→ Fehlverhalten, um Fähigkeit, Wichtigkeit zu erfahren.

Schule als verlängerte Hand der Familie; sie soll die Familie ergänzen, wo sie nicht genügt, und die Kinder über sie hinaus auf das gesellschaftliche Leben vorbereiten.
→ Schule als Charakterschule, nicht bloß Lernschule.
→ Schule soll zunächst Interesse wecken
(z.B. das Interesse auf sich selbst lenken, statt nur auf die Mutter, um von dort aus weiter zu helfen)

ZUSATZ: (Bolle - Weigand)

In Bolle's Text "Warum ist es so schwer das zu werden, was man immer schon ist?" schildert er Adlers Evolutionstheoretische begründung für das Gemeinschaftsgefühl;

Dass kein Mensch isoliert lebte.
Dass es die Geimeinschaft und kooperation ist, die den Menschen als Spezies überlebensfähig macht, und eben nicht das Konkurrieren miteinander.
Dass die ablehnung von Gemeinschaft ein evolutionärer Fehlschritt ist; gegen seine Natur.

Vereinsamung (fehlendes Gemeinschaftsgefühl) ist eben schlecht für unsere Psyche, weil es schlecht für das überleben unserer vorfahren war

Adlers evolutionsinterpretation geht über die naive hinaus, das wir miteinander konkurrieren, hinaus

Diese naive interpretation fördert entsprechend die reproduktions unserer rivalistischen gesellschaftlichen verhältnisse → vgl. Bourdieu, Horkheimer, Klafki

Horkheimer

Max Horkheimer
Frankfurter Schule Direktor, Sozialphilosoph

TEXT: Kritische Theorie gestern und heute

Wissenschaftliche Theorie bezeichnet Ausdrücke Wissenschaftlicher Erkenntnis; Werkzeuge zum Vorhersagen.

Kritische Theorie ist dagegen die kritische Auseinandersetzung mit den Zielsetzungen Wissenschaft, sowie des Individuums.

  • Warum tun/ erforschen wir, was wir tun/erforschen, und zu welchem Ende?

    vgl. Schleiermacher: So, wie die Theorie die Praxis bewusster machen soll, so soll die kritische Theorie die Wissenschaft bewusster machen

"wir setzten unsere Hoffnung darauf, daß eine Zeit kommen wird, in der diese Gesellschaft so zum Wohl aller ausgerichtet sein werde, wie es heute schon möglich wäre."

Ursprünglich geprägt von Marx und Schopenhauer.

Zwei lehren der Religion für die Kritische Theorie:

  1. Die Lehre von der Erbsünde; das Bewusstsein, dass alles Gute unseres Lebens auf Leid gebaut ist. Dass der Fortschritt durch Revolution teuer ist.
  2. "Du sollst dir kein Bild machen von Gott"; du weißt nicht, was das absolut Gute ist. Du kannst nur das Schlechte erkennen, versuchen es zu beseitigen, und so die Gesellschaft besser machen.

Kritische Theorie HEUTE muss Korrekturen machen, wo Marx falsch lag, sowie sich der entwickelnden Welt anpassen.

Es gilt im technischen Fortschritt der Welt die Individualität des einzelnen zu bewahren.

vgl. Bourdieu: Die menschlichkeit darf in einer technischen Welt nicht untergehen

Mit dem Nachlass der Ordnungsbringenden Religion ist umzugehen; Jeder Fortschritt kommt mit einem Preis.

Man soll nicht nur lehren, dass Hitler schlecht war, sondern was Menschen wie ihn im Allgemeinen effektiv macht (sog. Demagogen), um entsprechenden Wiederholungen entgegenzuwirken.
Demagogen fördern schwarz-weiß denken; "wir sind die Guten"

vgl. Adorno

Die Rolle des Lesens und Schreibens als aktive Reflexion soll bewahrt/ zurückgebracht werden.

Wissen zerfällt in Fächer, Bildung soll zusammenhang finden!

vgl. Schleiermacher felderübergreifendes Denken des philosophischen Kopfes

Adorno

Theodor Wiesengrund-Adorno
Frankfurter Schule, Soziologe, Philosoph, Musiker

TEXT: Erziehung nach Auschwitz

"Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung."

Auschwitz war keine Außnahme, sondern ein Ausdruck gesellschaftlicher Tendenzen, und Potential zur Widerholung besteht.

Adorno fordert mehr Empathie und Autonomie, denn genau der Mangel dieser ermöglichte Auschwitz.

Gesellschaft in der technokratischen, verwalteten Welt kann einengend wirken, was Frustration und Wut zur Zivilisation wachsen lässt.
→ Irrationalität und Gewalt.

vgl. Horkheimer: Individualität in der verwalteten Welt bewahren

Druck der Herrschaft zerstört Individualität und Willenskraft, und damit tun sie, was ihnen im Namen irgendwelcher halb oder gar nicht geglaubter Ideale befohlen wird.

Menschen in Deutschland waren, durch Gewohnheit des Kaiserreichs, nicht Mündig geworden, nicht selbstreflektiert. Autonomie ist das Mittel gegen die Wiederholung Auschwitzes. Die Kraft des Nicht-Mitmachens.
Erziehung soll die Menschen zur Selbstreflexion bringen.

vgl. Kant Autonomie = Mündigkeit, alleine stehen und denken können ohne andere zu brauchen

Erziehung soll nicht andere, "bessere" Ideale befehlen, sondern Autonomie fördern, sowie Empathie und Gemeinschaftsgefühl, sodass sie sich nicht blind mit dem kollektiv identifizieren.

vgl. Benner - Bildsamkeit und Bestimmung: Lösung von Affirmativen Ideen NICHT durch eine entgegengesetze affirmation, sondern durch die Suspendierung affirmativer Bildungskonzeption
vgl. Adler: Gemeinschaftsgefühl als Fundament des Wohlergehens, ohne welches Fehlverhalten entsteht, in kläglicher Suche nach Zuneigung & Respekt → hier: Mitläufer werden

Soll den Menschen die Mechanismen bewusst machen, die die Menschen zu Auschwitz fähig machten, um diesen in der Entwicklung der Kinder vorzubeugen.

vgl. Horkheimer: z.B. Das Konzept der Demagogen

HärteVerdinglichtes BewusstseinKälteManipulativer charakterEmotionale Gleichgültigkeit.Kein Mitgefühl-> Vorraussetzung von GrausamkeitFalsches Erziehungsideal"ich muss leiden -> andere sollenauch Leiden"Technologische Sichtweiseauf Menschenvgl. BourdieuEmotionsloser Täter. Technokratisch, Zweckorientiert.Keine Moral.Gehorsam gegenüber AutoritätAutonomie(Mündigkeit)GegenkraftManipuliertLonely crowdUnmündige MitläuferEmotional kalt, sehnen sichnach Liebevgl. Adler's Gemeinschaftsgefühl(Die Menschen können nicht lieben,sind deshalb unliebenswürdig,und dadurch selbst nicht geliebt)Führt zuFührt zu(Schreibtischmörder)

Die Lonely crowd die zu mördern manipuliert wird handelt gegen ihren eigenen Interessen.

Der nervöse charakter ist unsicher, unmündig, bietet dadurch angriffsfläche für manipulation.

vgl. Adlers nervöse charakter ist anders! Bei ihm: egoismus → man sieht sich in ständiger konkurenz mit anderen. Im Feindesland. Man muss sich ständig beweisen.

Schreibtischmörder (a.k.a. manipulativer Charakter) wird es wohl immer geben, aber für die lonely crowd besteht Hoffnung, dass sie sich durch die Mündigkeit ihrer eigenen Entwürdigung entkommen.

Fromm

Erich Seligmann Fromm
Frankfurter Schule, Psychologe, Psychoanalytiker

TEXT: Haben oder Sein

Zwei Existenzweisen (bzw. "Modi")

Beim Haben geht es um das Besitzen.
Wissen, Schulnoten, Status, Liebe werden zu Objekten, die einem Gehören sollen.
"Ich bin was ich habe"
Utilitaristisch, verdinglichtes Denken über Menschen.

vgl. → Adorno, Bourdieu, Benner. Technokratisierung

Beim Sein geht es um das Werden.
Lernen zur Selbstveränderung. Wissen entsteht im Dialog ohne Debatten "gewinnen" zu wollen.
"ich bin was ich tue"
Humanistisch

vgl. Schiller - Universalgeschichte: Der Brotgelehrte lebt im Haben-Modus
vgl. Kant - Was ist Aufklärung: Sein-Modus ist entsprechend der Mündigkeit, Haben-Modus ist abhängig.
vgl. Herbart: Haben-Modus entspricht einer utilitaristischen Sichtweise, Sein-Modus ist humanistisch
vgl. Rousseau: Mensch als von Natur aus seins-orientiert, aber entartet zu einer fixierung auf das Haben, durch die kapitalistische Gesellschaft (Bourdieu)
Und Rousseau: "Leben ist nicht atmen; leben ist handeln!"

Beispiel Haben Sein
Liebe Bestimmerisch. Den anderen Besitzen. "Die Blume Pflücken" → Sie stirbt. Sobald man sie "hat" bemüht man sich nicht mehr Das Lieben als aktive Tätigkeit. Wertschätzen, kümmern.
Autorität Titel, Rang-entsprechende Kleidung. Man bestimmt, weil gehorcht werden muss. Kompetenz, Vertrauen anderer. Man ist eine Autorität, weil man als solche gesehen wird
Wissen/ Bildung Materiale Bildung. Liste von Kompetenzen die man "hat" Bildung als etwas, das den Menschen verändert. Gedanken, die das weitere Denken beeinflusst

vgl. Bolles "Scheingelehrter" bei Wissen haben; weil man die Scheine hat, die behaupten, dass man eine fähigkeit hat (bzw. hatte; ob man sie nun vergessen hat oder nicht ist egal).
vgl. Herbart bei Wissen/Bildung sein Bildung als Charakterbildung. Vorstellungen, die Teil der eigenen Gedankenwelt werden, und einen verändern
vgl. Weigand: Es geht nicht nur um Wissen, sondern um den Umgang mit Wissen.
vgl. Liessmann: Kritik am Wissen "ansammeln"

Die Existenzweise des Habens prägt moderne Gesellschaft.
→ Emotionale Distanziert uns von uns selbst
→ fördert Konkurenz mit Anderen
→ Objektifizierung von Allem
→ Stabilisierung von Ungleichheiten (Autorität haben)

vgl. Bourdieu - Die konservative Schule: "Haben" als legitimierung für Autorität → Chancenungleichheit

Stattdessen sollten wir Kooperation und Mitgefühl fördern.

Schule darf kein Ort des Wettbewerbs sein, sondern Raum für Beziehung, Kreativität, Reflexion bieten. Fokus soll nicht auf den Noten liegen, die man bekommt, sondern auf der Kompetenz und Kooperation die man lernt.

vgl. Klafki - Sinn und Unsinn des Leistungsprinzips


Kritik von Hedonismus; vom immer mehr Glück und zufriedenheit haben. Sie führen nicht zu friede, sondern Gier und Rivalität.

vgl. Adler: Gemeinschaftsgefühl

Klafki

Wolfgang Klafki
Erziehungswissenschaftler

TEXT: Sinn und Unsinn des Leistungsprinzips

Sinn: Historisch als Ermöglichung von Berufen wie Offizier oder Jurist für den Mittelstand. Abitur ermöglichte jedem zu studieren.
Adelsränge werden weniger wichtig → Mehr gleichberechtigung

Leistung als eine neue "Legitimierungsgrundlage" für Wohlstand, wie Bolle anmerkt

Unsinn/ Kritik:

Grundannahmen der "Leistungsgesellschaft":

  1. Das Einkommen eines Individuums hängt von seiner Leistung für seine Gesellschaft ab
  2. Leistungsgerechtigkeit (wer mehr leistet, kriegt auch mehr. Mehr Macht, Einkommen, etc.)
  3. Chancengleichheit. Jeder (abgesehen von schwer behinderten) hat gleiche Chance, Leistungen zu erbringen, und entsprechende kompensation zu erhalten.

Probleme damit:

  • Messbarkeit von Leistung (wer in einer langen produktionskette wie viel zu einem Produkt beibringt?)
  • Zwar gleichberechtigung, aber keine chancengleichheit, durch unterschiedliche bildung und Lebensbedingungen (sozial, ökonomisch)

    vgl. Bourdieu

→ Wir Leben also nicht in einer solchen Leistungsgesellschaft.
→ Das Leistungsprinzip in der Schule müsste sich also anderweitig rechtfertigen (denn es spiegelt eben nicht vorbereitend die "echte Welt" wider)

Leistung erbringen ist wertvoll und wichtig, Das Leistungsprinzip hat seinen Sinn, sein Unsinn liegt aber darin, was wir unter Leistung verstehen.

Für die Schule soll der Fokus der Leistung Problembezogen statt Wettbewerbsbezogen sein. Soll Zusammenarbeit und Spaß am Denken fördern (und damit Mündigkeit und Kommunikation), nicht rivalität zwischen den Schülern

vgl. Adler: Im Sinne des Gemeinschaftsgefühls: Mitmenschen sollen nicht als Gegner gesehen werden.

Problem: Schule prüft aktuell nur nach den Ergebnissen. Stattdessen soll individueller gearbeitet werden, mit der Entwicklung des Kindes im Blick, nicht einem gegebenen Kompetenzstand.

Feedback soll detailierter werden (die note "gut" sagt sehr wenig aus).
Dass, z.B., eine Matheaufgabe falsch gelöst wurde ist an sich weniger wichtig, als warum. Der geistige Prozess des Rechnens ist relevant. Nicht das Ergebniss.

Die Schüler gleich zu behandeln (Gleichberechtigung) ist entsprechend unsinn, denn sie sind ja selbst nicht gleich. Es soll individuell gearbeitet werden, um die Kinder alle zu fördern.
(→ Chancengleichheit)

Bourdieu

Pierre Bourdieu
Soziologe

TEXT: Die konservative Schule

Zusätzlich zum Sozialen Kapital (also sozialen Kontakten, Zugang zu Resourcen, etc.) das mit höherem Milieu kommt, gibt es das Kulturelle Kapital

Steigendes Einkommen der Familie → steigender Schulerfolg
Jedoch nicht bei gleicher Bildung der Eltern!

Also: Der Einfluss des familialen Milieus auf den Schulerfolg ist fast ausschließlich kultureller Art.

Ethos: Haltung zur Schule, Lust auf Kultur & Kunst als Produkt der Erziehung (versinnlichte Werte)

vgl. Nohl: Eltern (und co) als Rollenbilder: Den Kindern wird das "hohe Leben" der Kultur vorgelebt, oder eben nicht.

Kunst & Kultur (+ finanzielle Möglichkeit) → Außerschulische, nicht zweckorientierte Bildung. Ein schulischer Vorteil.

vgl. Schiller: Es ist lernen als Selbstzweck. Pauken hingegen (wie es die ärmeren Kindern häufiger tun) ist mehr im sinne Bolle's Schein-gelehrten)
vgl. Herbart: Relevant hierbei: Die priviligierten Schüler lernen hierbei aus Interesse, nicht Pflicht, was das tatsächliche aneignen der Inhalte vereinfacht/ ermöglicht

Kinder erben durch Habitus (Umfeld) gute Gewohn- / Verhaltensweisen, sowie Know-how, Neigungen und "guten Geschmack".

Auch die Muttersprache(n) sind höchst relevant, da sie gedankenstrukturen beinflusst, und wie einfach man dem unterricht folgen kann (auch bei der "selben" sprache relevant, da in der Schule häufig eine höhere Ausdrucksform herrscht).
→ Einschätzung von Intelligenz der Schüler


Ebenso wird weniger priviligierten Schülern vermittelt, dass sie schlicht weniger begabt sind, und ihre soziale Lage damit unvermeidbar/ naturbestimmt.

Verinnerlichtes Schicksal, in welche Soziale Kategorie sie sich eingeordnet sehen
Zielsetzung fürs Leben ("realistisch" statt ambitioniert, was das potenzial eingrenzt)

vgl. Maldoom's Adoptivkind
vgl. Adler: Ermutigung (hier, zu höherer Bildung); wobei anzumerken ist, dass ambition wirklich gefährlicher für weniger priviligierte ist!

→ Sogar bei gleichem Erfolg besuchen die Kinder aus den begünstigten Milieus weit häufiger als die anderen das Gymnasium


Diese Faktoren sind vielen Menschen kaum bewusst, was Eindrücke von "Begabung" priviligierter Schüler stärkt.
Eine Mystifizierung. Es scheint, als wäre Erfolg von begabung abhängig (nur dass diese "begabung" eben stark vom Sozialen stand abhängt).
Die Bevorzugung priviligierter wird verschleiert!

Die Schule ist Konservativ, denn sie legitimisiert und reproduziert existierende Hierarchien; Kinder reicher/ gebildeter Eltern sind tendenziell erfolgreich, die anderen weniger.

vgl. Klafki: Ein Leistungsprinzip wird zur legitimisierung existierender Stände. Denn auf die Leistung wird gedeutet als Begründung, nur sind sie nicht dem Erfolg zugrundeliegend, sondern das soziale Milieu!

Aber die ärmeren Kinder scheitern nicht an fehlendem Talent oder intelligenz!
Jedem Schüler soll geholfen werden. Scheinbare "unbegabung" soll nicht hingenommen werden.

vgl. Maldoom: Jedes Kind hat Potenzial zu großem. Der Lehrer darf nicht teil der Welt sein, die das Kind eingrenzt und nicht an es glaubt!

Vorsprung bei den priviligierten schülern wird nicht als solcher, sondern als Begabung gehandhabt.
Entsprechend wird nicht versucht, den schwächeren Schülern den selben weg zu ermöglichen (wenn auch ein paar jahre später) sondern ein anderer, niederer Weg ist für sie vorgesehen.


Reproduktion des Problems an universitäten, die ebenso für priviligiertere Ausgelegt sind, weil diese eben häufiger deren Studenten sind.
Warum muss eine Universität rücksicht auf Untere Sozialklassen nehmen, wenn doch eh nur sehr wenige von ihnen überhaupt zur Uni gehen?

Museen, Theater, Massenmedien, Schule, sie alle ergänzen aktuell nur, statt dass sie, für die bei denen es noch nicht wirklich etwas zu ergänzen gibt, grundlagen aufbauen und Interesse zu wecken.

Kant

Immanuel Kant
Philosoph

Ein Kandidat für den Rang der Klassiker der Pädagogik (sein Mündigkeitsbegriff ist kaum in der Pädagogik zu vermeiden), aber er hatte keinen Fokus auf die Individualität des Kindes.

Sein Blick ist auf der Menschheit, nicht auf dem Menschen.

Kategorischer imperativ:
"Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde."

TEXT: Was ist Aufklärung

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit."

Mündigkeit ist das Vermögen, sich seines eigenen verstandes zu bedienen.

Unmündigkeit ist die Unselbständigkeit des Verstandes. Die Abhängigkeit von Anderen, die für einen Denken (Seelsorger, Arzt, Buch, Politiker, etc.)
Selbstverschuldet, im Gegensatz zu Mangelndem Verstand, wenn diese Unmündigkeit durch Faulheit oder Feigheit verursacht wird.

vgl. Adler: Verzärtelung → Faulheit, Fehlender Mut → Feigheit

Denn kindliche Unmündigkeit ist bequem; man muss sich selbst nicht bemühen.

vgl. Adler: Verzärtelung

Und der Schritt zur Mündigkeit ist gefährlich für viele Individuen, denn die Fähigkeiten dazu haben sie ja noch nicht, und sie wären unsicher in ihrer Freiheit (und würden ihr zunächst nicht vertrauen).

Deswegen schaffen nur wenige diesen Schritt alleine.
In Gruppen jedoch, solange sie Freiheit genießen, passiert diese Entwicklung fast immer, denn in Gruppen gibt es einzelne, die frei und selbst denken, und das verbreiten.
Aufklärung kann aufgeschoben werden, aber auf sie zu verzichten verletzt die heiligen Rechte der Menschheit.

Deshalb: Sapere aude!
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Revolution beseitigt Bedrückung, kann aber keine wahre Reform des Denkens erzwingen.

Kannt nennt seine Zeit nicht aufgeklärt, jedoch aufklärend.

vgl. Kant, Humboldt, Bolle (Sisyphosarbeit): verbesserung der Erziehung über die Generationen

Das Folk wird langsam eigenständiger in seinem Denken, und wird dadurch seine Freiheit und Würdevolle Behandlung erlangen.

TEXT: Über Pädagogik

"Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung"
→ Mensch ist von Natur aus wild, roh, unmoralisch.
→ ABER: mit Potential zum Guten ("Sprossen" des Guten, denen die Erziehung beim Wachsen helfen soll)

vgl. Rousseau: "Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt, alles entartet unter den Händen des Menschen."

Deshalb 4 aufeinanderfolgende Phasen der Erziehung, die auf einander Vorbereiten:

  1. Disziplinierung: Die wilde Tierheit der Menschen Zähmen, sie den Gesetzen der Menschheit unterwerfen, auf den Weg der Bildung bringen. Stillsitzen lernen.
    Unreflektiertes Gehorsam ist negativ, unterweisung positiv.

    Widerspruch Rousseau: Natur als Orientierung. Mensch soll Bewegungsfreiheit genießen und so, frei, seine Kräfte entwickeln
    Widerspruch Braunmühl: Bestimmerische Eingrenzung der Kinder nach dem Wille des Erziehers. Schlecht.
    vgl. Adorno: Warnung vor blindem Gehorsam

  2. Kultivierung: Vermittlung von Geschicklichkeit / Entwicklung von Kräften. Lesen, Schreiben, Rechnen.
    (Kein moralischer Bezug, dennoch eine wichtiger Schritt der Entwicklung)

    vgl. Rousseau: Rolle des Lehrers "Menschen": Umgang mit den Stärken

  3. Zivilisierung: Anpassen an die Gesellschaft. Manieren haben. Sozial funktionieren, andere "gebrauchen" (beliebt sein und Einfluss haben durch Klugheit, Geschick, Manieren)

    vgl. Adler: Sozialer erfolg bedarf Vorbereitung

  4. Moralisierung: Höhepunkt der Erziehung. Sehr schwer zu erreichen. Mündigkeit.
    → Der Mensch wählt von sich aus, aus eigener Vernunft und Wille, nur gute Zwecke
    → Kategorischer Imperativ

    vgl. Herbart: Moral ist ganzer Zweck der Erziehung, nicht nur der Höchste.

Zwang ist bei der Disziplinierung nötig, sodass das Kind innere Freiheit erlangen kann. Diese braucht es, um jemals Moralisch handeln zu können, denn dies muss aus eigenem Wille und Vernunft geschehen, nicht nur durch unreflektiertes kopieren von anderen.

vgl. Rousseau (innere Freiheit)
vgl. Adorno,Bourdieu (unreflektiertes Kopieren)

Die Erziehung muss über mehrere Generationen verbessert werden.
(Denn unperfekt erzogene Eltern können ebenso nur unperfekt (wenn auch etwas besser) erziehen)
→ Aufklärendes Zeitalter, aber nicht aufgeklärt

vgl. Humboldt: Bildung als Erbe, veredelung über die Generationen
vgl. Bolle: Sisyphus-Arbeit
vg. Beschreibt damit einen prozess ähnlich Rousseaus Perfectibilité, nur auf die Gesellschaft bezogen statt auf das Individuum.

Platon

Philosoph

TEXT: Das Höhlengleichnis

(Textauszug aus dem 7. Buch von "Der Staat")

Menschen sind gefesselt, von Kindheit an, in einer höhle, und betrachten Schattenspiele an einer Wand. Sie halten die Silhouetten von menschlicher Arbeit (skulpturen, Geräte, etc.), die sie sehen, für die echten Objekte. Halten die Schatten für die echte Welt.
→ Menschen in bequemer Gewohntheit

vgl. Kant: Unmündigkeit ist bequem → Faulheit als Grund der unmündigkeit

Würde man einen solchen Menschen befreien und ihm die wahre Welt zeigen, so wäre er geblendet. Das Licht (die Wahrheit) könnte er nicht verstehen, und er würde zurück in die Höhle fliehen (zurück in seine Unmündigkeit), zurück in die Welt, die er "versteht".
→ Erkenntnis ist schmerzhaft

vgl. Kant: Mündigkeit ist gefährlich, und man würde seiner erlangen Freiheit nicht vertrauen

Würde man ihn nach draußen zerren, ihn zwingen das Licht anzusehen, würden seine Augen sich daran gewöhnen, und er würde langsam die echte Welt sehen können (zunächst die Schatten, dann die Reflektionen im Wasser, dann die Objekte, und zuletzt das Licht, die Sonne selbst).
→ Er versteht die Welt tiefer, wahrer, als zuvor.
→ Die Bildung erfordert einen gewissen Zwang, ein unwohlbefinden.

Widerspruch Braunmühl: Substantielle Erziehung. Das Kind wird als zu belehren angesehen, ohne fähigkeit zu wertvoller mitsprache.
Widerspruch Bolle: statt herauszerren, Herausführen. Eduktion. Freiwillig seitens des Kindes, in er dialogischen Beziehung
Widerspruch Schleiermacher: Nicht aus dem Kind etwas machen, das es nicht sein soll. Solange es nicht böse ist, soll es so sein, wie die Natur es will.
vgl. W.v. Humboldt: lernen durch Wechselwirkung mit Welt
vgl. Kant: Disziplinierung. Das Kind muss aus der Höhle gezerrt werden, in Vorbereitung auf seine Bildung

Würde man ihn zurück in die Höhle schicken, so würden die anderen dort ihm nicht glauben.
Er würde für verrückt gehalten, und seine Augen wären zunächst nicht angepasst an die Dunkelheit, und die alte Sichtweise der Welt.
Aber: es wäre seine Verantwortung, die Bildung, die Wahrheit, weiterzugeben. Im Dienst des Staates.

vgl. Kant: die wenigen von sich aus Mündigigen, die diese Mündigkeit weitergeben
vgl. W.v. Humboldt: Menschheit über die Generationen besser machen. Gute Bildung soll erbe sein → Die Menschheit über die Generationen besser machen

Schiller

Johann Christoph Friedrich von Schiller
Philosoph, Poet

TEXT: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?

→ Universalgeschichte ist relevant für jeden, denn sie ist relevant zur Ausbildung zum Mensch-sein!

vgl. Herbart & Bolle: Charakterbildung

Universalgeschichte = Meinschheitsgeschichte als ganzes

Brotgelehrter Philosophischer Kopf
Extrinsisch motiviert
Intrinsisch motiviert
→ Wissen als Mittel zum Zweck von Lohn, Anerkennung, etc. → Erkenntnis & Vervollkommenung des Wissens als Selbstzweck
Nur an seinem eigenen, abgegrenzten Wissensbereich interessiert. Ist an anderen bereichen interessiert, sowie gebiet-übergreifendem.
Versucht, den status-quo des Feldes aufrecht zuerhalten, um gewonnenes nicht zu verlieren (Wissen, Status)
"Entlässt" die Wissenschaft, sobald er von ihr hat, was er wollte
Ist in seinem tun frei.
Stellt sich bisheriges Denken als falsch heraus, so passt er sich daran an.
Grenzen des Feldes sind motivation, um weiter zu erforschen.
Teilt sein Wissen ungern. Teilen nimmt von ihm selbst weg, und erschafft Konkurenz mit anderen
(→ Der eigene Status wird wacklig)
Teilt sein wissen gerne. Er dient dem wissen selbst, und damit der Welt.

"Wo der Brotgelehrte trennt, vereinigt der philosophische Geist"

vgl. Herbart: Philosophischer Kopf verknüpft felderübergreifend, richtung gleichschwebendem Interesse. Brotgelehrter lebt mit Flattersinn

vgl. Kant: Der Brotgelehrte ist nur bedingt mündig (in seinem Bereich)
vgl. Platon: Der Brotgelehrte bleibt bequem in seiner Höhle, bei der "Wahrheit" die er bereits kennt. Versteckt sich vor dem Licht!
vgl. Fromm: Der Brotgelehrte hat Wissen, der philosophische Kopf ist Gelehrter und ist interessiert
vgl. Bolle ergänzt den "Scheingelehrten" (selbe (fehlende) motivation wie der Brotgelehrte, aber darüber hinaus mit geringerer Arbeitshaltung. Der Brotgelehrte ist immerhin noch ein echter Gelehrter!)
vgl. Humboldt: Brotgelehrter: Einseitigkeit, dadurch Verarmung des Charakters

Braunmühl

Ekkehard von Braunmühl
Begründer der Antipädagogik

TEXT: Zeit für Kinder

Erziehung= Einflüsse & LernvorgängeFunktionale ErziehungIntentionale ErziehungKinder Lernen durchsämtliche ErlebnisseKinder Lernen durchbewussttes, AbsichtlichesBeibringen von ErwachsenenenSubstantielle Erziehung-> soll das Kind in seiner Substanz verändernErwachsener ist mit dem Zustand des Kindesunzufrieden, und möchte es "verbessern".Meinungen, Gefühle, Überzeugungen sollen angepasst werden.Ergänzende ErziehungErwachsener beantwortet Fragendes Kindes und hilft ihm mit seinenVorhaben auf Anfrage, oder, wennes diese Hilfe in einer gegebenenSituation braucht.(passiert immer)(Vom Kind ausgehend und gewollt)(Ausgehend vom Erwachsenen,dem Kind auferzwungen)vgl. Rousseau: Unsichtbare Hand(Bewusstes Erziehen)

Substantielle Erziehung ist immer Kinderfeindlich und nicht vereinbar mit Demokratie und Mündigkeit, da es das King nicht zum eigenen Denken und Handeln motiviert.

vgl. Schleiermacher: "Bevormunden" und "Dominieren" als falsche Extreme (→ gewährleisten und unterstützen) UND: Innere Frage; was darf die Erziehung aus dem Kinde machen? → Gar nichts. Sie hat das Kind in seinem Wesen frei zu lassen
vgl. Kant: Kind wird nicht zur Selbstständigkeit erzogen
vgl. Bourdieu: Substantielle erziehung → Reproduktion der Gesellschaft (im Sinne der Sysiphos-Arbeit, wie Bolle es beschreibt)

Beobachtung: Handlungen der "Erziehung" sind häufig ganz normale, menschliche interaktionen; Fragen beantworten, Helfen, die Meinung sagen, sich verabreden und spielen, etc.
Ebenso kümmert man sich um Alte und Behinderte genauso wie um Kinder, aber dennoch wird all das nur bei Kindern als Erziehung bezeichnet, und ansonsten als Beziehung.

Der Unterschied: Kind ist bei der Erziehung untergeordnet. Es ist das Objekt der Erziehung. Seine Abhängigkeit wird zur Herrschaft des Erwachsenen ausgenutzt und die Erziehung wird an ihm durchgeführt, statt dass eine Beziehung mit ihm Geführt wird.

Erziehung ist monologisch, Beziehungen dialogisch.

vgl. Bolle - Problematik des Erziehungsbegriffs: Eduktion statt Erziehung. Dialogisches Subjekt-Subjekt Verhältniss, bei dem das Kind Mitsprache an seiner eigenen Bildung hat.
WICHTIG: Braunmühl wäre dennoch kein Fan der Eduktion. Selbst die idee des "herausführen" der innneren Potentiale beschreibt er als eine gutredung erwachsener von dennoch problematischer, bestimmerischer Erziehung!

Mit blick auf die Klassiker: Braunmühl macht es sich zu einfach!
Er ignoriert die rolle der Leitung und unterstützung, die besondere Rolle der Einwirkung der älteren auf die Jüngere generation.
Die Vererbung der Bildung geht bei ihm verloren

vgl. Humboldt: Und damit die veredelung der Menschheit über die Generationen

Er würde die kinder gekettet in platons Höle lassen, und ausgesetzt der Gesellschaftlichen Einwirkungen!

vgl. Bourdieu, Klafki

Und die gefahren der widerholung Auschwitz (und der entsprechenden Forderung, dass Kinder gegen eben diese vorbereitet werden sollen) missachtet er ebenso

vgl. Adorno

Maldoom

Royston Maldoom
Tanzpädagoge

TEXT: Die Möglichkeiten des noch nicht Wirklichen sehen und fordern

Kinder = potentielle Künstler, außergewöhnliches Potential

vgl. Bolle, Braunmühl: er schreibt den Kindern damit einen vollwertigen Personenstatus zu. Subjektstatus.

Lehrer darf nicht teil der Welt des Kindes werden, die

  • Nicht an ihn glaubt
  • Ihn nicht Respektiert
  • ihn nicht wertschätzt

    vgl. Adlers Grundbedürfnisse: Angenommen sein, sich Fähig fühlen, Wichtig sein, Mut erfahren. → Vertrauen aufbauen, niemals bestrafen!

Die meisten schöpfen ihr potential nie ganz aus.
Solange man an sie glaubt können sie großes erreichen!
"Brust raus! Kopf hoch! Guck nach vorne! Steh aufrecht! Und wachse."

vgl. Adler: Ermutigung, sonst wird potential nicht ausgeschöpft
vgl. Nohl: Das Soll (Potential) des kindes lieben (Väterliche Liebe, im Kontrast zur Mütterlichen Sein-Liebe)

Der Lehrer kommuniziert nicht nur inhalte, sondern seine Leidenschaft. Und um Kunst zu Kommunizieren, musst du Künstler sein.
Du musst es wert sein, dass das Kind sich für dich ausstreckt und sich Mühe gibt.

vgl. Nohl - Der pädagogische Bezug und die Bildungsgemeinschaft: Vorbildfunktion der Eltern. Leidenschaft: Die Art des Vorbildes, "das Leben zu nehmen und zu führen"

Schule soll Lebensnäher sein; eine Begegnungsstätte mit verschiedenen Berufen.

vgl. Nohl: Bildungsgemeinschaft als Lebensgemeinschaft

TEXT: 'Adoptivkinder' und verborgene Potentiale

Adoptivkind = Eingrenzende Selbstwahrnehmung des Kindes.
Wie tatsächliche Adoptivkinder fühlen sie sich vernachlässigt, ungeliebt, minderwertig

vgl. Adler: Ähnlich zu wie der Lebensstil ein Kind beispielsweise ängstlich macht, geprägt durch Erfahrungen im jungen Alter, als Summe der Erfolge und Miserfolge des Kindes.

Arbeiten mit der person hinter der Maske, nicht der Maske selbst

vgl. Adlers Individualpsychologie; das kind in seiner Tiefe verstehen, und von oberflächlichen symptomen auf deren zugrundeliegenden Störungen schließen, und von denen auf den Auslöser

"Ich hätte nie gedacht, dass mein Kind solche Fähigkeiten hat."
→ "Nun wissen Sie, was das eigentliche Problem ist."

Erreichbare Ziele, sonst droht Entmutigung
Aber: Fordernde Ziele, sonst langeweile (und Verzärtelung!)

vgl. Adler - Erziehungsproblem
vgl. Schleiermacher: goldener mittelweg

Versagen als Geschenk
Akzeptieren und Wilkommenheißen von Fehlern, denn so lernen wir.

(vgl. Adler, Rousseau)
vgl. Benner & Englisch - Kritik und Negativität

Nohl

Herman Nohl
Philosoph, Pädagoge

TEXT: Der pädagogische Bezug und die Bildungsgemeinschaft

Pädagogischer Bezug: Man lernt durch den Lehrer als Vorbild. Eine wechselseitige Beziehung. Er lebt einem das höhere Leben vor.
Allein der Wille zur selbstveränderung kommt erst durch andere. Durch beobachtung ihrer "Art, das Leben zu nehmen und zu führen."

Vgl. Bolle, Braunmühl: Eine dialogische Subjekt-Subjekt beziehung. Kein Zwang, sondern folgen aus eigenem Wille
vgl. Rousseau: der Lehrer "Menschen"
vgl. Maldoom: Um Kunst zu kommunizieren muss man Künstler sein

Primär erzieht man sich nicht selbst, sondern orientiert sich an einem Vorbild.
Selbsterziehung ist nur eine analogische Übertragung von eben diesem Prinzip.

vgl. Schleiermachers Äußere Frage. Erziehung endet, sobald das Kind selbstständig ist.

Ironie: die Pädagogig macht sich selbst überflüssig (die kinder sollen durch richtige führung irgendwann keine Führung mehr brauchen)

Bildungsgemeinschaft als Lebensgemeinschaft. Bildung geschieht nur in einer Gemeinschaft, denn wir lernen von anderen Menschen

vgl. Schleiermacher. Zusammenspiel der Generationen zur Bildung
vgl. Humboldt: Bildung als Erbe

Die Mächte der Bildung:

  • Liebe
  • Autorität / Gehorsam(aus perspektive des Kindes. Aber: Frei. Freie innere Zustimmung. Kein Zwang. Sich führen lassen)

    vgl. Im sinne Adornos ist Autorität etwas schlechtes (blinder gehorsam), etwas das man HAT. Im sinne Nohls ist Autorität etwas das man IST (Fromm: Haben oder Sein)

Der eigene Geist (wille) als stärkste Bildungskraft

vgl. Weigant

Der Erzieher soll das SEIN und das SOLL (Potential) des Kindes Lieben (Väterliche und Mütterliche liebe).
Ohne zwang oder diktiertes Ideal.

vgl. Rousseau, Bolle Freiheit geben, aber trotzdem führen
vgl. Maldoom das Potential lieben
vgl. Weigand: In ihrem Sinne also das gesamte Wesen des Kindes (das ist und das werden) lieben
vgl. Benner: Kein affirmatives ideal setzen

Weniger

Erich Friedrich Adolf Weniger
Geschichtsdidaktiker, Geisteswissenschaftler

TEXT: Theorie und Praxis der Erziehung

Jeder Praxis liegt eine Theorie zugrunde. Die Frage ist nur, ob dies eine Bewusste ist oder nicht. Ob sie hinterfragt und geprüft wird, oder nicht.

Theorie Grade:

  1. unbewusste Grundhaltung. Ethisch fundiert (durch sitten geprägt). Unreflektiert, subjektiv.
  2. Lehrsätze. Weitergegebenes "wissen", Rückschlüsse aus der Praxis. Handlungswissen. Subjektiv. Der Lehrer handelt basiert auf seinen Theorien, und erhält ergebnisse, aber unwissenschaftlich!
    (im Sinne Herbarts: Praktischer Zirkel + Rezeptewissen)
  3. Wissenschaftlich, hermeneutisch. Theorie, die der Praxis dient. Objektiv
    (im Sinne Herbarts & Schleiermachers: hermeneutik)

Die Universitäten sollen dem Lehrer also "lehren, Erfahrungen zu machen"

"Praxis enthält Theorie als Bedingung ihres Tuns und wird vollendet zur „Erfahrung“ durch Theorie als Folge des Tuns."

Pädagogischer Akt ist eine Handlung, in der ein älterer Erzieher auf einen jüngeren Menschen einwirkt.
Erziehung ist eine kette von pädagogischen Äkten.

vgl. Herbart: Viele pädagogische Äkte formen den Pädagogischen Takt.
Akt als einzelnen noten der Musik des pädagogischen Takts.
→ Takt entscheidet, welchen Akt man wählt.

Liessmann

Konrad Paul Liessmann
Philosoph

TEXT: Theorie der Unbildung

Was Adorno noch Halbbildung nannte hat sich heute zu entwas entwickelt, das mit tatsächlicher Bildung überhaupt nichts mehr zu tun hat.
Bildung hier im Sinne der Charakterbildung.

vgl. Bolle - Bildungsanspruch: Soll nachhaltig die Person verändern
vgl. Schleiermacher - Universalgeschichte: Themenübergreifend
vgl. Herbart

Heute geht es nurnoch um Wissen. Zusammenhangsloses wissen.
Wer wird Millionär Vergleich: Was man lernt ist egal, ob man versteht ist egal, ob es zusammenhängt ist egal. Experten verlieren bei der Show fast immer. "Schwierige" Aufgaben sind keineswegs schwieriger (denn ums Nachdenken geht es ja gar nicht), sondern nur exotischere Themen!

Wir haben (vor allem durch das Internet) unbegrenzten zugang zu Wissen, sind dadruch aber nicht weiser, nicht klüger. Im Gegenteil.
Wir müssen, wegen dem konstanten Zugriff auf wissen, nichts mehr verinnerlichen.
"Angesichts der Unendlichkeit eines jederzeit zugänglichen Wissens sind wir alle, ob wir wollen oder nicht, faktisch Unwissende."

Als Wissensgesellschaft haben wir immer mehr Wissen, produzieren immer mehr davon, aber verändern uns selbst damit nicht.

vgl. Fromm: Wir haben, als kollektiv, mehr wissen, sind aber nicht weiser dadruch. Und wissen auch selbst weniger.
vgl. Platons unbegeisterung vom Schreiben, denn es erlöst einen vom merken, vom verinnerlichen
vgl. Ähnlich Bolles Differenzierung zwischen Soziologie und Geisteswissenschaft: Das Erklären des menschen vs das Verstehen).
Außerdem Bolle: Fortschritt in der Gesellschaft /= gesellschaftlicher fortschritt

Wissen und wissenschaft zum Nutzen des Kapitalismus, nicht als Selbstzweck

vgl. Bolle - Problematik des Erziehungsbegriffs: Symbiose zwischen Technik und Kaptial, einfacher als symbiose zwischen Bildung und Kapital

Teamfähigkeit und anpassung wird gefördert, statt mündigkeit und einzelständigkeit.

vgl. Kant: unabhängigkeit von anderen
vgl. Adorno: "Die Kraft des Nicht-mitmachens"
vgl. Gegenmeinung: Klafki

Ideal:
Schule als ein Ort frei vom Zwang zur Nützlichkeit, zur Praxisrelevanz, zur Lebensnähe, zur Aktualität.
Es waren die Orte der Muße. (eigentliche Wortbedeutung von "Schule"!)
→ Eine Schule, die aufgehört hat, ein Ort der Muße, der Konzentration, der Kontemplation zu sein, hat aufgehört, eine Schule zu sein.

Benner

Dietrich Benner
Pädagoge

TEXT: Bildsamkeit und Bestimmung

Eltern nannten inhalte eines schulbuches "Indoktrination", weil es die, laut ihnen, "falschen" Inhalte waren. Die "guten" inhalte, kommuniziert auf die selbe weise, wären doch aber im gleichen maße indoktrination!

Es handelt sich um affirmationen. Affirmative Bildung.

Affirmatives Bildungskonzept Nicht-Affirmatives Bildungskonzept
Unreflektiert, dogmatisch Reflektiert, kritisch
Das Kind passt sich an das vorgegebene Ideal an Das Kind wird mündig, entscheidet selbst
→ Mensch ist vorbestimmt → Der Mensch ist unbestimmt. Etwas werdendes.

vgl. Kant - Was ist Aufklärung: Mündigkeit = nicht von anderen Abhängig sein
vgl. Bolle - Problematik des Erziehungsbegriffs: Kind hat Mitsprache an seiner eigenen Bildung
vgl. Adler: Kind ist Bild wie Künstler

Pädagogik soll nicht einfach alte/ konservative Affirmationen ("Mädchen sollen Röcke tragen") durch neue "bessere", Emanzipative Affirmationen ("Mädchen sollen Hosen tragen!") ersetzten, sondern die affirmative Bildungskonzeption ganz hinter sich lassen, denn sie sollen nicht diktieren, was der Mensch zu sein hat.
Die BIldung des Menschen ist unbestimmt und unwissbar.

vgl. Bolle - Problematik des Erziehungsbegriffs: Kein Ziehen, Zerren in eine vorgegebene Richtung
vgl. Braunmühl - Zeit für Kinder: Affirmative Erziehung entspricht der Substantiellen Erziehung.

TEXT: Kritik und Negativität

(von Benner & Andrea English)

Negativität: Die Erfahrung machen, dass eine Erwartung enttäuscht wird → Man lernt, dass die Erwartung fehlplatziert war.
→ Lernen aus negativer Erfahrung

Ein Kind versucht etwas zu greifen, das zu weit weg dazu ist. Es scheitert und lernt daraus Tiefenwahrnehmung, Distanzen und Ausdehnung zu verstehen.

Bewusstsein des Nicht-wissens und Nicht-könnens als Vorraussetzung für die eigene Weiterbildung, für aktives ausprobieren
Vor- und nachkritische Herangehensweise: Versuchsweise Annahmen treffen (positiv oder negativ), um dann Lehrreiche Erfahrungen damit zu machen.

→ Nicht nur intuitives "auf gut Glück" handeln, sondern bewusstes Experimentieren
→ Mehr aus einer Negativität ziehen als die Falschheit einer Annahme; erweitertes Feld von möglichen Versuchen (neue potentielle Positivität, die es zu testen gilt)
(dazu sollen Lehrer den Schülern helfen)

vgl. Herbart: "auf gut Glück" handeln = Praktischer Zirkel; bewusstes experimentieren = Hermeneutik. Der lehrer soll den Schülern also bewusste Praxissreflexion nahebringen

Doppelte negativität:

  1. Negativität des Schülers (die zu lernenden Inhalte)
  2. Negativität des Lehrers (die Fähigkeit, zu lehren)

Wir vergessen die erfahrung von Negativität schnell, sobald wir die entsprechende Kompetenz erlangt haben (kaum einer erinnert sich daran, seine Muttersprache nicht gut sprechen zu können).
→ um das Lernen des Kindes nicht nur von außen zu betrachten, sondern selbst "von innen" zu verstehen soll man sich in diesen geistigen zustand zurückversetzen. Die Negativität neu erfahren und betrachten, dann reflektieren, wie der Lehrer dem Schüler wohl am effektivsten aus dieser Lage heraushelfen kann.

Der Lehrer soll den Schüler auf dem Weg entlang des nicht-wissens und nicht-könnens zum Wissen und können führen, durch Hinweise und Fragestellungen, aus denen das zu lernende hervorgeht.
→ Der Lehrer muss selbst die Antworten möglichst gut verstehen, aber eben auch die Lage des Schülers (er soll das Ziel und die Lage des Wanderers verstehen, um ihm die zu laufende Richtung möglichst gut zu zeigen)

vgl. Horkheimer: Der lernprozess der Person ähnelt dem prinzip des "du sollst dir kein bild machen von Gott"; man kennt die wahrheit noch nicht, aber sieht die schluchten des nicht-wissens vor sich, überwindet diese, und kommt somit der Wahrheit näher.

Zur Kritik
Erziehungswissenschaften ist noch nicht kritisch, nur weil sie sich gegen "unkritische" Formen dieser absetzt; sie muss stetig weiter reflektieren und sich unter verschiedenen Kritikpunkten betrachten.
Wird je ein Standard von "kritischen kriterien" angenommen und weitergeführt, so ist hieran nichts kritisch mehr, sondern nur affirmativ/ dogmatisch!

Weigand

Gabriele Weigand
Pädagoge

TEXT: Schule der Person

Personenprinzip als das oberste!
Das individuum als Grundlage sowie Maßstab jeden Pädagogischen handelns; das Handeln soll sich nicht nach Utopie oder Staat oder Wirtschaft richten, sondern nur nach dem Kind. Individuell.
Das Eigenrecht der Person begründet die Schule.
Ziel ist die Mündigkeit des Kindes, Verantwortung. (vorbereitung für die Gellschaft kommen schönerweise dazu, sind aber nicht der Zweck!)

vgl. Schleiermacher: Anders als die variable "idee des guten", Personenprinzip als ein fester Grundstein

  • Jüdisch-christliche Tradition: Person hat inherenten Eigenwert. Man ist Person, weil man Mensch ist. Automatisch
  • Analytische Philosophie: Begriff "Person" gebunden an Rationalität und Bewusstseinsleistung
    Vereint zu
    Person als etwas das ist und wird (statisch in Spannungsverhätnis mit dynamisch)
    (Man ist Person, aber man wird auch Person)

    vgl. Nohl: Man soll das SEIN und das SOLL des Kindes lieben. Den inherenten, Menschlichen wert sehen, aber dabei die Entwicklung des Kindes nicht vergessen

Daraus folgt, dass die Frage der Bildung und Erziehung eine wichtige ist, denn sie beeinflusst das werden des Kindes, und damit einen Teil seines Wesens. (Bildung als bindeglied zwischen dem sein und dem werden)

vgl. Begründung Ähnelt Schleiermachers Prälimenarfrage

Hierbei ist das Kind Autor seiner eigenen Geschichte. Es gewinnt im Laufe seines Lebens autonomie und ist dieser dann auch verpflichtet

vgl. Adler: Kind ist bild wie Künstler
vgl. Schleiermacher's äußere Frage

Relationalität: Mensch steht im Verhältnis zu...

  1. sich selbst
  2. anderen
  3. der Welt
  4. dem Absoluten (Gott)
    In form von Anerkennung, Dialog, Mitsein.
    Der Mensch kann sich selbst nicht in isolation gestalten!

    vgl. Humboldt: Bildung als wechselwirkung mit der Welt
    vgl. Nohl: Bildungsgemeinschaft

→ 4 Funktionen des Personenprinzips für die Schule

  • Konstitutiv: Person als Grundlage der Schule/ berechtigung. für Ziel und Methodenbestimmung. Dient keinem staat, ökonomie, etc.!
  • Kritische: Personenprinzip steht an höchster stelle. Was dem widerspricht ist raus! Person als Messlatte!
  • Konstruktiv: Praxisorientiert. Auf die möglichkeiten und Grenzen des handeln (mit der jeweiligen Person), aber auch auf entwicklungsmöglichkeiten für Schule. Kinder sind Autoren. Sie bestimmen mit, was pasiert. Die Schule ist auf das Kind angelegt
  • Regulativ: "Die Person" als regulative Idee
    → Soll sie zum Theorie und Praxis vermitteln helfen. Also REGULIEREN
    Dieser Einsicht soll die Schulen gerecht werden.
    Kein konkreter Schulentwurf, denn:
    Festlegung, erstarrung auf ein system → mechanische Anwendung von prinzipien anstelle von individueller anpassung

    vgl. Herbart: Die Schule selbst soll mit einem Gewissen Takt arbeiten, nicht nach Rezeptewissen
    vgl. Schleiermacher: Dignität der Praxis! Theorie macht Praxis eine bewusstere!!! (Weigand macht diesen Vergleich selbst)

Bildung kann nicht gemacht werden, sondern nur veranlasst.

vgl. Bolle: Eduktion
vlg. Braunmühl
vgl. Maldoom: An das Kind glauben. Es wert sein, dass das kind sich für einen Streckt

Nach dem personenprinzip soll Bildung nicht-affirmativ und nicht-bestimmerisch sein, sondern dialogisch.

vgl. Benner, Braunmühl

Vernünftiget Dialog zwischen Schüler und Lehrer, u.A. vorbereitend auf Gesellschaft, wo eben genau solcher vernüftige Dialog zwischen Menschen elementar ist

Vorbereitung auf die Gesellschaft als natürliche Konsequenz der Bildung des Schülers, aber nicht als Ziel.

Ziel ist nicht nur eine Liste von Kompetenzen oder wissen, sondern der Umgang mit Wissen.
(Da man die Kinder nicht auf jedes Konkrete leben vorbereiten kann: Eine generelle Bildung in Vorbereitung auf selbsständiges erschreiten jeder Zukunft.)

Bolle

Rainer Bolle
Pädagoge, Fußballtrainer

TEXT: (Bildungsanspruch)

Der Unterschied des Bildungsanspruchs beim Interesse am Lehrerberuf und am akademischen Studium

Grundbegriff Interesse (Latein: Inter esse = dazwischen sein)
Interesse an den Schülern, und Interesse an den Inhalten.

Interesse an Schülern → Mehr einfluss auf sie

Fehlt interesse an den Inhalten, so wird der Schulabschluss zum Fokus/ Zweck des Studiums.
→ Der Schüler scheint interessiert an den Inhalten, ist aber nur interessiert an den Scheinen (also Abschluss-zertifikaten).

Schein-gelehrter als Ergänzung zu Schiller. Er ist einen weiteren Schritt vom Ideal des Philosophischen Kopfes entfernt.

Schein-Gelehrter Brotgelehrter Philosophischer Kopf
Extrinsich motiviert Extrinsich motiviert Intrinsich motiviert
Apathische Arbeitshaltung Enthusiastische Arbeitshaltung Enthusiastische Arbeitshaltung

Der Schein-gelehrte ist Erfolgsorientiert, ohne Interesse an den Inhalten. Ein stressiger Zustand.
Er lernt nur, weil ein Test ansteht. Tut nur das mindeste Zielt auf Ergebnisse ab und vergisst Inhalte schnell, sobald sie nichtmehr wichtig für Prüfungen sind.

Will man lehrer werden, so sollte man Anstreben, Begeisterung für die Inhalte weiterzugeben. Man sollte entsprechend das lernen auch selbst als eigenzweck betrachten, und das Interesse nicht an Leistungsbewertungen und Berüfsmöglichkeiten binden.

vgl. Maldoom & Nohl: Begeisterung/ Leidenschaft teilen/ vorleben
vgl. Weigand: Vorbereitung auf die Gesellschaft als natürliche Konsequenz der Bildung des Schülers, aber nicht als Ziel

TEXT: (Portfolio und Bildung)

Studium = Persönlichkeitsbildung

vgl. Herbart: Charakterbildung

Portfolio als Ort der persönlichen Reflexion, außeinandersetzung mit Theorie und Praxis. Fehler erkennen und daraus lernen.
"Theorie ohne Praxis bleibt leer, Praxis ohne Theorie bleibt blind."

vgl. Herbart/Schleiermacher: Hermeneutik

Bildung entsteht, wenn man Verantwortung für das eigene Denken und Handeln übernimmt (Mündigkeit).

vgl. Platon, Kant

Zweck: Charakterbildung. Spezifisch: Eine Lehrerpersönlichkeit. Professionalität

vgl. Herbart: Pädagogischer Takt

Ziel sind nicht noten. Bildung als Selbstzweck!

vgl. Schleiermacher, Humboldt, Liessmann

Bildung ist kein Zustand (niemand "ist gebildet"), sondern eine aktive Lebenshaltung von Reflexion, Offenheit, Dialog.

vgl. Rousseau: Perfectibilité

TEXT: Zur Problematik des Erziehungsbegriffs

Der Erziehungsbegriff ist im Kern monologisch.
Ein Subjekt (Erzieher) erzieht ein Objekt (Erzogener/ Kind). Dieses wird entsprechend gezogen. Gezerrt. In eine Richtung gelenkt, vom Erzieher bestimmt.
Der Begriff hat einen botanischen hintergrund (das kind wird gezogen, wie eine Pflanze. Eben nicht als Subjekt respektiert).

vgl. Braunmühl: Substantielle Erziehung

Herbart und Schleiermacher stellen hingegen fest: Pädagogisches Denken und Handeln ist dialogisch.
Heranwachsende werden nicht nur erzogen, sondern haben als Subjekt "Mitbestimmung an ihrer eigenen Bestimmung".

"Erziehung" erfüllt entsprechend nicht die Aufgabe des Pädagogischen Handelns.

Deshalb soll "Eduktion statt Erziehung" stattfinden;
Vom lateinischen Educere (herausführen/ leiten). Zweideutig zu verstehen

  1. Als Herausführen der inneren Potentiale des Kindes. Nicht nach eigenen Ideen "formen" oder bestimmen, sondern ihm Helfen zu werden, was er immer schon war. Eine Selbstverwirklichung

    vgl. Adorno: dogma. Den kindern beibringen, alleine stehen zu können und nicht mitzumachen
    vgl. Benner: statt affirmationen, selbstdenken fördern.

  2. Als Herausführen der Kinder aus Platon's Höhle. Aus der Unmündigkeit.
    Der symbolismus macht deutlich, dass der führende Helfer nicht nur relevant, sondern essenziell ist!

    vgl. Schleiermacher: Prälimenarfrage. Der Einfluss ist essenziell, es bedarf also einer Kunst!
    vgl. Während Platon diesen Prozess jedoch auch als ein schmerzhaftes, zwanghaftes Zerren beschreibt, sieht Bolle die Bildsamkeit des Menschen als etwas naturgegebenes (eher wie Rousseau). Etwas, das keinen Zwang, sondern höchstens ermutigung benötigt (vgl Adler, Maldoom)


Fortschritt in der bürgerlichen Gesellschaft
=/=
gesellschaftlicher Fortschritt!

Verschiedene Bevölkerungsgruppen (im Dienst verschiedener Kräfte) streben verschiedene Fortschritte an.

Bevölkerungsgruppe Anstreben "Kraft"
Produktsionsbürger:
Handwerker
Technischer Fortschritt Technik
Wirtschaftsbürger:
Kaufleute
Ökonomischer Fortschritt Kapital
Bildungsbürger:
Akademiker
Wissenschaftlicher Fortschritt Bildung

Unsere gesellschaft versteht sich als fortschreitend, denn wir machen Fortschritt in diesen 3 bereichen, aber es ist kein gesellschaftlicher Fortschritt!

Es gibt Symbiosen zwischen den Kräften.
In unserer Welt ist die Symbiose zwischen Kapital und Technik die einfachste und am weiten forgeschrittenste (da sie sich gegenseitig gut unterstützen können). Utilitaristisch.
Problem: Die technische und ökonomische Herangehensweisen an Probleme wird auf zwischenmenschliche Probleme übertragen.
Menschen werden objektifiziert, wie maschinen behandelt (→ Burnout, depression, etc.)

vgl. Adorno / Horkheimer: Technokratisierung. Individualität wird missachtet.

Die Symbiose zwischen Kapital und Bildung hingegen ist eine Schwierigere, denn die vorherrschende Denkweise bürgerlich-utilitaristisch.
Ignoriert die Geschichte, legitimiert vorherrschende Kräfte (kein Vergleich dazu, wie es mal war oder sein könnte) und tabuisiert ihre Bewertung (denn sie ist ja eine Wissenschaft).
Technik wird über Geisteswissenschaft priorisiert.

Besser wäre eine kritisch-humanistische Sicht; Mensch ist Selbstzweck, nicht Mittel eines Herrschaftssystems.

Pädagogik soll das Lernen und Bilden sowie die selbständige Fortsetzung dieser ermöglichen, nicht eine blinde anpassung an das system

vgl. Liessman: Selbstständigkeit statt Teamfäigkeit fördern!
vgl. Adorno: Die Fähigkeit, alleine zu stehen
vgl. Horkheimer: Kritische Hinterfragund des Systems

Für das Aktuelle system ist ein unmündiges Volk kein hinderniss, sondern stabilisiert dieses sogar

Das Denken der Jungen generation wird geprägt durch kapitalismus, mit normalisierung und glorifizierung von Konsum, und Arbeit zum zweck des Konsumierens.

Erziehung als Sysiphos-Arbeit, denn wer die Lage der vielen Gesellschaftlichen Einflüsse auf die Erziehung nicht durchschaut wird dazu beitragen, dass sie sich widerholt (denn selbst die Erzieher sind ja davon (häufig unbewusst) geprägt, und diese Prägen dann die nächste generation, die eben wieder die selben bedingungen schafft/ aufrecht erhält).
→ Ein Teufelskreis der Entfremdung

vgl. Rousseau: Entfremdung als unterdrückung der ursprünglichen Freiheit
vgl. Weigand: Man macht aus sich, was man eigentlich nie war.

→ Wir müssen uns diesen Einflüssen bewusster werden. Für uns selbst, und für unsere Zöglinge

vgl. Bourdieu: Reproduktion des systems, wenn man sich diesem anpasst

TEXT: (zu weigand)

Warum ist es so schwer das zu werden, was man immer schon ist?
(siehe auch Adler - Zusatz: Bolle - Weigand)

Kritik: Weigand vernachlässigt das innere des Menschen.
Adler's Individuum wird mehr von innen betrachtet!

Adler liefert das, was Weigand fehlt!
→ Innere widerstände (zum Personwerden)
Minderwertigkeitskomplex / Fehlendes Gemeinschaftsgefühl

Weigand: WAS ist Personenwerdung
Adler: WARUM misslingt diese?

Man wird nicht alleine durch Freiheit zur Person, weil die eigene weltverarbeitung fehlerhaft geprägt sein kann.

Adler bringt psychologische Realität zu WEigands pädagogischer Hoffnung

Indivualität ist nicht egoistisch!
(Adler nutzt dafür den "individualist" Begriff)

→ Fokus auf Gemeinschafts fehlt

"Werde, der du bist" problematisch: der Lebensstil wird im jungen, unvernünftigen alter geprägt. "Was du bist" kann ungut und von negativen Erfahrungen geprägt sein.
Mann kann nicht werden, wer man ist, wenn man sich selbst im weg steht
Man kann auf irrwege geraten!

Weigand; stimmigkeit zwishen innerem potential & persönlichem weg (stimmen über ein)

Weigand's ideen sind im konflikt mit perfectibilité: Denn man beginnt schon beim startpunkt (man ist, was man schon immer war)
Die entwicklung scheint also einen definierbaren endpunkt zu haben, statt eine endlose weiterentwicklung zu erlauben

(ZUSÄTZE)

Geisteswissenschaft
Mensch als ein natürliches, geistiges, kulturschaffendes, geschichtliches Wesen. Er ist damit besonders unter den Tieren

Geschichte als ZENTRALE geisteswissenschaft (denn von ihr lernen wir. Hermeneutik als zentrale methode; reflektion über unsere Vergangenheit, schließlich dürfen wir die Menschen jetzt nicht als Versuchsobjekte missachten)

  • geisteswissenschafter beziehen sich auf geschichte (will den Menschen verstehen)
  • sozialwissenschaften beziehen sich auf die Naturwissenschaften (will den Menschen erkkören)

Empiriker sind fokusiert auf das hier und jetzt.
Hingegen soll man als geisteswissenschaftlicher nicht die lehren der Geschichte vergessen (nicht nur das Betrachten, was ich im hier und jetzt beobachten kann), und ein großes ganzes betrachten und verstehen (nicht, wie die empiriker, in kleine untebereiche unterteilen, die man dann einzeln, methodisch sauber erklären kann)

Hentig

Hartmut von Hentig
Erziehungswissenschaftler

TEXT: Sokratischer Eid

"die Eigenart eines jeden Kindes zu achten und gegen jedermann zu verteidigen"

vgl. Schleiermacher: Innere Frage: Natur, solange sie nicht böse ist
vgl. Braunmühl: Keine substantielle Erziehung, sond
vgl. Bolle: Mitsprache an der eigenen Bildung
vgl. Adorno, Horkheimer, Bourdieu: Individualität in der technokratischen, verwalteten Welt bewahren
vgl. Weigand: Personenprinzip als Maßstab der Pädagogik
vgl. Nohl: Primat der Persönlichkeit

"seine Anlagen herauszufordern und zu fördern"

vgl. Maldoom: An das außergewöhnliche Potential glauben
vgl. Adler: Realistische aber fordernde Erwartungen
vgl. Bolle: Eduktion. Die inneren Potentiale heraussführen

"es bereit zu machen, Verantwortung in der Gemeinschaft und für diese zu übernehmen"

vgl. Platon: alles geht zum Staat und der persönlichen Verantwortung für diesen zurück
vgl. Kant: Sozialisierung
vgl. Weigand: Relationalität → Einbeziehen der Gesellschaftlichen Dimension in die Bildung

"es erfahren zu lassen, was und wie das gemeinte gute Leben ist"

vgl. Nohl: das hohe Leben vorleben

"es Wahrhaftigkeit zu lehren, nicht die Wahrheit, denn die ist bei Gott allein"

vgl. Benner: Affirmationen
vgl. Horkheimer: Dogma

"mich dann jedoch allen Personen und Verhältnissen zu widersetzen – dem Druck der öffentlichen Meinung, dem Verbandsinteresse, der Dienstvorschrift-, wenn diese meine hier bekundeten Vorsätze behindern."

vgl. Klafki
vgl. Bourdieu
vgl. Adorno